10.11.09 von Maria Feiner

Die Reportage: New York City, I did it!

Fünf Bezirke, fünf Brücken und eine grandiose Stimmung: Der Traum meines Läuferlebens ist Wirklichkeit geworden. Der Augenzeugenbericht vom Schauplatz New-York-Marathon.
 
Privat
Erschöpft, aber sehr glücklich im Ziel


Einige Jahre habe ich davon geträumt, jetzt ist es soweit: Es ist der 1. November 2009. Ich starte beim weltberühmten New York City Marathon, bei meinem insgesamt neunten Marathon.

Leichter als gedacht …
Den Startplatz zu kriegen war einfacher, als ich mir gedacht habe. 2008 bin ich bei zwei Marathons die erforderliche Qualifikationszeit gelaufen. Danach kann ich mich übers Internet für die Veranstaltung anmelden und bekomme bereits wenige Wochen später die Bestätigung für einen fixen Startplatz. Dann noch rasch ein billiges Zimmer im Hostel gebucht, einen Flug fixiert und schon ging’s ans Training.

Kein Stau bei der Expo
Ich reise am Donnerstag vor dem Tag X in den Big Apple, am Freitag hole ich die beiden Startnummern (auch eine für den Friendship Run am Tag vor dem Marathon) ab, dazu steht die Marathon-Expo auf dem Programm. Es ist alles perfekt organisiert. Shuttle-Busse fahren von verschiedenen Stellen in Manhattan aus zur Expo. Dort sind genügend Freiwillige im Einsatz, so dass auch trotz der 42.000 gemeldeten Starter kein Stau entsteht. Die Expo selbst ist riesengroß, sehr viele Läufer, sehr viel Angebot für diese Läufer.

Zum Frühstück ein Laufausflug
Samstag Vormittag. Der Friendship Run wird durchgeführt, d.h. 2,5 Meilen für rund 15.000 Teilnehmer. Ein toller Event, bei dem auch alle Begleitpersonen mitlaufen dürfen. Start dieser Veranstaltung ist vor den United Nations, Ziel im Central Park, exakt dort, wo am Tag darauf auch der Marathon zu Ende sein wird. Die verschiedenen Nationen laufen gruppenweise mit Fahnen, manche sind verkleidet – nicht nur, weil an diesem Tag auch Halloween gefeiert wird.

Igitt! Pasta zum Abgewöhnen
Samstag Nachmittag. It’s Pasta time! Es heißt wieder einmal Schlange stehen Nudel-Party in der Taverne on the Green im Central Park (www.tavernonthegreen.com). Ein wirklich schönes Ambiente, aber eine grauenvolle Pasta. Danach folgt ein Feuerwerk. Zu diesem Zeitpunkt habe ich aber bereits im Hostel meine Beine hochgelegt.

Wie der Wettkampftag für Maria verläuft, liest du auf der nächsten Seite.


Ein langer Wettkampftag
Sonntag. Der Tag beginnt früher als früh. Aufstehen um 4:15 Uhr. Abfahrt mit der Subway um fünf Uhr. In der U-Bahn mischen sich die Läufer mit den Halloween-Heimkehrern. Ich habe als Transportmittel die Staten-Island-Fähre zugeteilt bekommen.

Frühstück vor der Startlinie
Fort Wadsworth. Vor dem Startbereich heißt es wieder einmal „Please stand in line!". Drinnen versuche ich mich zunächst zu orientieren – grüner, blauer, oranger Bereich, neutrale Zone, Startzone, Kleiderabgabe, Food Zone. Dann Frühstück. Vor Ort gibt es genug: Kaffee, Tee, Bagels, Riegel. Um sicher zu gehen, habe ich mir aber mein eigenes Marathonfrühstück mitgenommen. Was mir noch auffällt: So viele mobile Toiletten habe ich noch nie bei einem Marathon gesehen.

Brückenhüpfen
Startschuss. Unmittelbar nach der Amerikanischen Hymne geht es los. Ich darf gleich in der ersten von drei Welle um 9:40 Uhr starten ... über die lange Verrazano Narrows Bridge (Länge inkl. Zufahrtsrampen 4,176 km), die erste Steigung spüre ich noch kaum. Dann geht es durch Brooklyn und über die Pulaski Bridge nach Queens. Es ist bisher eine eher unspektakuläre Strecke. Weiter über die Queensboro Bridge nach Manhattan auf die 1st Avenue. Was für eine Stimmung! Nun laufe ich 3,5 Meilen schnurgeradeaus, auf leicht hügeligem Kurs, bis ich über die Willis Ave Bridge in die Bronx komme. Nach einer weiteren Meile geht es über die Madison Ave Bridge zurück nach Manhattan.

Central Park – das Ziel in Reichweite
Bald ist der Central Park in Sicht. Dort geht es wieder bergauf, ich motiviere mich mit einem Plakat mit der Aufschrift „pain will pass, proud is forever“. Ja, das ist wohl auch ein Grund, warum ich Marathon laufe. Ich will nur noch ins Ziel. Auf der letzten Meile im Central Park trägt mich das Publikum. Im Ziel bin ich sehr glücklich, aber auch erschöpft. Meine Zeit: 3:34:52 - nicht schlecht für einen Marathon mit 400 Höhenmetern. In diesem Augenblick würde ich gerne meinen Freund umarmen, der sitzt aber leider in Wien.

Was kommt am Tag nach dem Marathon? Weiter auf Seite 3


Herzliche Anerkennung
Als Belohnung gibt es im Ziel eine schöne Medaille für den 40. ING NYC Marathon, das obligate Siegerfoto, eine Wärmefolie, einen Verpflegungsbeutel und leider auch noch einen langen Fußmarsch bis zum Kleiderbus. Auf dem Weg zurück ins Hotel lächeln mir viele Leute zu, sie bleiben stehen und gratulieren mir. Es ist hier irgendwie anders als in Europa.

Natürlich habe ich auch nicht vergessen, dam Tag danach die New York Times zu kaufen, dort sind alle Läufer mit einer Zeit bis 4:44 Stunden namentlich aufgelistet. In fast jedem Shop liegt die Zeitung auf. Und jeder Läufer, der ein Geschäft betritt, muss darin seinen Namen anstreichen.

Nur noch Meilen laufen ...
Was sonst noch bleibt: Ich glaube, ich werde Marathons ab sofort nur noch nach Meilen laufen - 26,2 Meilen sind doch kürzer als 42,195 km ... oder nicht?

Hier noch der Kurs des New York City Marathon und ein originelles Video zur Streckenführung.

 
 

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